Mädchen-Nachwuchs beim Leistungsvergleich mit den Stuttgartern
Zum Ende des meteorologischen Winters hatte der SV Zuffenhausen ein Hallenturnier für E-Mädchen ausgeschrieben. Bei unseren D-Mädels haben wir genügend jüngere Jahrgänge und einige Neuzugänge vereint, deshalb nutzten wir die Doppelchance, einerseits unsere Jüngsten gegen Gleichaltrige spielen zu lassen und gleichzeitig zu testen, wie wir gegen die Vereine der Region Stuttgart bestehen können.
Die Mannschaften aus dem Böblinger und Stuttgarter Raum werden im Allgemeinen leistungsmäßig stärker eingeschätzt als die Teams aus dem Nordschwarzwald, deshalb reisten wir am frühen Samstagmorgen mit einem etwas mulmigen Gefühl zum mit 20 Mannschaften stark besetzten Turnier. Auch der Veranstaltungsort – eine neu erbaute Turnhalle direkt hinter Schleyer-Halle und MHP-Arena sorgte zunächst für Ehrfurchtsgefühle bei den Mädels. Diese wichen aber schnell einem Erstaunen, als die Rahmenbedingungen des Turniers bekannt wurden: In der nicht sehr großen Halle wurde quer in zwei Feldern auf Handballtore gespielt. Und das mit 4 Feldspielerinnen plus Torwart, dafür ohne Schiedsrichter … ein dicker Schiedsrichter hätte wahrscheinlich nicht mehr aufs Spielfeld gepasst.
Wir konnten vor unserem ersten Einsatz einige gegnerische Mannschaften beobachten und bekamen schnell das Gefühl, dass wir uns hier nicht zu verstecken haben. Der Organisator hatte das wohl schon im Vorfeld geahnt und uns bei der Einteilung in vier Gruppen nach Leistungsstärke in die 1er-Gruppe verfrachtet. Und dieser Eindruck bestätigte sich dann in unserem ersten Vergleich gegen die Spvgg Renningen I. Wir waren von Beginn an feldüberlegen, ließen keinen Angriff der Renninger zu und erspielten uns Chance um Chance. Nur wollte der Ball leider nicht ins Tor. Pfostentreffer, Paraden der gegnerischen Torhüterin und vergebene Großchancen lösten sich ab, während Leonie W. in unserem Tor beschäftigungslos blieb. Am Ende der mit 8 Minuten sehr kurzen Spielzeit stand folglich ein 0:0 – später stellte sich heraus, dass dies der einzige Punktverlust der Renningerinnen war, die als Turniersieger nach Hause fahren konnten.
Wir dagegen mussten unsere Koffer bzw. Sporttaschen nach der Vorrunde packen, weil auch die weiteren Spiele gegen Stuttgart-West, Deizisau I und Kleinaspach nach diesem Muster verliefen. Hinten wehrten Torhüterin Leonie W. und Abwehrchefin Lisann bis auf zwei Ausnahmen souverän alle Angriffsversuche ab, im Mittelfeld erzeugten Leonie D. und Ann eine Überlegenheit, unsere beiden Debütantinnen Amelie und Tabea fügten sich nahtlos ein und im Sturm erkämpften sich Jana und Emilie “Fiona” zahlreiche Chancen. Aber das gegnerische Tor blieb wie vernagelt – auch, weil die Gegner schnell bemerkt hatten, dass sie unser Mittelfeld-Duo einbremsen mussten und dies teilweise massiv umsetzten. Hier wäre manchmal der Einsatz eines Schiedsrichters wünschenswert gewesen. Die Beiden mussten jedenfalls nach dem Turnier erstmal in der Eisgrotte des Panorama-Bades die blauen Flecken kühlen.
So war die Gemütslage auf der Heimreise durchaus ambivalent. Einerseits kann man den Leistungsvergleich mit den Stuttgartern als bravourös bestanden betrachten, andererseits sind wir viel zu früh aus einem Turnier ausgeschieden, in dem wir mit anderen Rahmenbedingungen und/oder etwas Glück noch weit hätten kommen können.
Aber es wird noch genügend Chancen zur Wiedergutmachung geben, denn nach dem ermutigenden Verlauf des Tests werden wir im Sommer das eine oder andere E-Jugendturnier einstreuen.
Text und Bilder: Hartmut Scheihing



